Ein MCP-Zugang ohne Werkzeuge kann nichts. Im Reiter Werkzeuge legst du fest, was ein Assistent über diesen Zugang tun darf – und das ist der Schritt, bei dem sich entscheidet, ob der Zugang später flott und treffsicher arbeitet oder träge und ungenau.
Der Reiter „Werkzeuge”
Konfiguration → Schnittstellen → MCP Konfigurationen → <Zugang öffnen> → Werkzeuge
Die Liste zeigt je Zeile: Nr, Bezeichnung (der Name, den der Assistent sieht), Basis Tool (das zugrunde liegende Werkzeug aus dem Baukasten), Sprache und Aktiv.
Links im Steckbrief steht unter Details die entscheidende Zahl:
Tokens (geschätzt): 42.2k Tokens (passt komfortabel)
Warum die Token-Schätzung zählt
Sie ist keine Statistik, sondern eine Warnleuchte.
Ein Assistent bekommt beim Verbinden die komplette Werkzeugliste übermittelt und muss sie bei jeder einzelnen Frage mitdenken. Diese Liste belegt Platz im Arbeitsspeicher des Modells – gemessen in Tokens. Je mehr Werkzeuge, desto größer die Liste, desto weniger Platz bleibt für die eigentliche Aufgabe und desto länger dauert jede Antwort.
Dazu kommt ein zweiter, unangenehmerer Effekt: Je mehr ähnliche Werkzeuge zur Auswahl stehen, desto häufiger greift der Assistent daneben. Zwanzig Werkzeuge, von denen sechs „irgendwas mit Tickets” machen, sind eine Einladung zum Verwechseln.
Die Token-Schätzung macht beides sichtbar, bevor ein Anwender sich beschwert. Der Zugang oben liegt bei 42.2k Tokens und „passt komfortabel” – die Schätzung gibt also Entwarnung. Trotzdem lohnt bei dieser Größe die Frage, ob wirklich alle Werkzeuge gebraucht werden oder ob hier zwei Zugänge sinnvoller wären: „Passt” heißt, dass es funktioniert – nicht, dass es optimal ist.
Faustregel: Zwei Zugänge mit je zwölf passenden Werkzeugen schlagen einen mit vierundzwanzig – auch wenn dieselben Personen beide benutzen. Es kostet dich einen Klick mehr in der Verwaltung und spart jedem Anwender bei jeder Frage Zeit.
Ein Werkzeug hinzufügen
- Öffne die MCP-Konfiguration und wechsle auf den Reiter Werkzeuge.
- Klicke auf das Plus rechts oben. Der Dialog MCP Tool erscheint.
- Wähle die Kategorie (Pflichtfeld). Sie bündelt die Werkzeuge nach Bereich – jede Kategorie trägt eine kurze Erläuterung, z. B. „Werkzeuge für die Verwaltung offener Punkte”.
- Wähle das gewünschte Werkzeug und speichere.
Welche Kategorien und Werkzeuge es gibt, steht in Verfügbare MCP-Werkzeuge.
So schneidest du zu
Der Zuschnitt gelingt am besten, wenn du von der Aufgabe her denkst, nicht vom Katalog. Nicht „was gibt es?”, sondern „was tun diese Leute den ganzen Tag?”.
- Schreib den Anwendungsfall auf. Ein Satz: „Das Vertriebsteam will Kontakte und Vertriebschancen auswerten.”
- Nimm die Werkzeuge, die dieser Satz braucht. Bei „Kontakte auswerten” gehören Kontakte suche und Kontakt Informationen dazu – Spesen nicht.
- Nimm „Wer bin ich” dazu. Es kostet fast nichts und hilft dem Assistenten, Fragen wie „meine Tickets” überhaupt zu verstehen.
- Sieh auf die Token-Schätzung. Bleibt sie komfortabel, bist du fertig.
- Prüfe schreibende Werkzeuge einzeln. Jedes davon ist eine bewusste Entscheidung, kein Beifang.
Beispiel aus der Praxis: Ein Zugang „Mitarbeiter” mit der Beschreibung „Für Alltagsaufgaben” kommt mit 36 aktiven Werkzeugen und rund 42k Tokens aus – Agenda, Wer bin ich, Aktivitäten, Mitarbeiter, Kontakte, Tickets, Projekte, Organisationen. Das deckt den Alltag der meisten Kollegen ab, ohne dass jemals ein Personal- oder Finanzwerkzeug im Spiel wäre.
Typische Fragen & Anforderungen
| Du möchtest … | So geht’s |
|---|---|
| Einen Zugang schneller machen | Werkzeuge entfernen, die im Anwendungsfall nicht vorkommen. Kontrolle über die Token-Schätzung im Steckbrief. |
| Einen Zugang nur lesend bauen | Beim Hinzufügen nur abfragende Werkzeuge wählen (suchen, Informationen abrufen) und keine schreibenden. |
| Ein Werkzeug vorübergehend stilllegen | Kennzeichen Aktiv in der Werkzeugzeile wegnehmen, statt das Werkzeug zu löschen. |
| Wissen, wie groß der Zugang ist | Steckbrief links → Details → „Tokens (geschätzt)”. |
| Dass der Assistent „meine Tickets” versteht | Das Werkzeug Wer bin ich aufnehmen – ohne es kennt der Assistent den angemeldeten Benutzer nicht. |
| Dass ein Assistent seltener danebengreift | Weniger ähnliche Werkzeuge im selben Zugang. Im Zweifel auf zwei Zugänge aufteilen. |
| Einem Werkzeug einen klareren Namen geben | Die Bezeichnung anpassen – sie ist das, was der Assistent liest. Das Basis Tool bleibt unverändert. |
Hinweise
- Werkzeuge weglassen ist keine Sicherheitsmaßnahme. Was ein Benutzer sehen darf, entscheidet sein Berechtigungsprofil – siehe Sicherheit und Berechtigungen bei MCP.
- Die Bezeichnung ist der Text, den der Assistent liest. Sprechende Namen verbessern die Trefferquote messbar; kryptische Kürzel verschlechtern sie.
- Änderungen wirken sofort. Beim nächsten Verbinden sieht der Client die neue Liste; niemand muss seinen Konnektor neu anlegen.
- Die Sprache steht an der Konfiguration. Alle Werkzeuge eines Zugangs sprechen dieselbe – für gemischtsprachige Teams zwei Zugänge anlegen.
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