Die Unternehmenssteuerung ist der Prozess über den Prozessen: Sie verdichtet Vertrieb, Projektabwicklung, Abrechnung, Kosten und Mitarbeiter zu einer Lage, die man auf einen Blick steuern kann. Wer das verbessern will, baut trotzdem oft zuerst ein Dashboard – das ist der falsche Anfang. teamspace ist das Werkzeug; es verdichtet Zahlen, die anderswo entstehen. Gute Steuerung entsteht in Schichten, von oben nach unten – zuerst das Ziel, dann die Kennzahlen, und erst zuletzt das Cockpit. Dieser Lotse beschreibt zuerst diesen Weg und zeigt danach, wie das Cockpit konkret in teamspace zusammenkommt.
Leitsatz: Acht klar definierte Größen mit Ampel schlagen vierzig ohne Ordnung. Wer weniger zeigt, sieht am Ende mehr – und nicht die einzelne Zahl, sondern ihr Zusammenspiel offenbart die Lage (hohe Auslastung + niedrige Marge = viel Arbeit, wenig Ertrag).
Fünf Schichten: vom Ziel zur gelebten Praxis
Bevor du irgendein Cockpit baust, kläre die Schichten darüber – und denk eine Schicht darunter mit: die Menschen, die handeln. Jede beantwortet eine andere Frage und baut auf der vorigen auf:
- Ziel & Kernfrage. Die Unternehmenssteuerung beantwortet im Kern: Wie behalten wir das Ganze im Griff – mit wenigen klaren Zahlen statt vieler ohne Ordnung?
- Teilziele – der Steuerungs-Rhythmus. Steuern ist kein Report, sondern ein Takt: Messen (Lage verdichten) → Bewerten (Ampel prüfen) → Entscheiden (Abweichung priorisieren) → Handeln (Maßnahme beim Prozesseigentümer) → Nachhalten (Wirkung im Review). Klassisches Reporting blickt zurück; gelebte Steuerung handelt kontinuierlich.
- Messbare Daten. Erst was du misst, kannst du steuern. Das Cockpit der Unternehmenssteuerung – Auftragseingang, Pipelinewert, Umsatz (Ist), Umsatzforecast, Projektmarge, Mitarbeiterauslastung, Umsatz pro Mitarbeiter und Liquidität – und ob teamspace sie liefert, steht in Kennzahlen für die Unternehmenssteuerung.
- Modellierung im Werkzeug. Jetzt – und erst jetzt – kommt teamspace. Der entscheidende Hebel: Die acht Größen entstehen nicht neu, sondern werden aus den operativen Prozessen verdichtet – Pipeline aus dem CRM, Marge aus den Projekten, Umsatz und Forecast aus der Faktura, Auslastung aus der Zeiterfassung. Eine Datenbasis, einheitliche Definitionen, Live-Daten statt Excel mit Wochen Verzug.
- Einführung & Schulung – die Menschen. Ein Cockpit ist erst ein Versprechen. Steuerung wirkt nur, wenn jede Kennzahl einen Prozesseigentümer hat, der bei Rot handelt, und die Definitionen unternehmensweit gleich sind. Das braucht klare Verantwortung und einen festen Review-Takt (Schritt „Nachhalten”). Hier schließt sich der Kreis: Das Cockpit aus Schicht 3 ist nur so gut wie die operative Datenpflege in den anderen Prozessen. Hilfreich: Wie wir teamspace selbst nutzen und teamspace im Unternehmen einführen.
Der Knackpunkt: Die meisten springen direkt zu Schicht 4 und bauen ein Dashboard. Aber ohne definierte Kernfrage (Schicht 1), ohne wenige klare Kennzahlen (Schicht 3) und ohne jemanden, der bei Abweichung handelt (Schicht 5), wird aus Steuerung nur Reporting – ein schöner Rückblick ohne Wirkung.
Bestandsaufnahme: Wo stehen wir heute?
Jede Verbesserung beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme: Wie steuern wir aktuell wirklich? Dafür hilft eine Reifegrad-Einteilung – sechs Stufen vom Bauchgefühl zum Live-Cockpit:
| Stufe | Reifegrad | Woran man es erkennt |
|---|---|---|
| 0 | Ungeplant | Steuerung über Bauchgefühl, keine konsistenten Kennzahlen. |
| 1 | Manuell | Monatliche Excel-Reports mit Wochen Verzögerung. |
| 2 | Strukturiert | Definierter Kennzahlen-Satz, manuell zusammengeführt. |
| 3 | Assistiert | Ein Auswertungs-Werkzeug zieht die Daten aus den Systemen. |
| 4 | Weitgehend automatisiert | Integriertes Cockpit mit Live-Daten. |
| 5 | Vollständig automatisiert | Live-Cockpit mit Frühwarnung und Drill-Down. |
Ordne deine Steuerung ehrlich einer Stufe zu. Der Sprung gelingt fast immer nur eine Stufe auf einmal – und der wertvollste ist der von 2 auf 3: erst wenn die Zahlen ohne Handarbeit aus den operativen Modulen kommen, wird Steuerung tagesaktuell statt rückblickend.
Wo wollen wir hin?
Das Zielbild ist nicht „Level 5 für alle”. Es ist die Stufe, die zu eurer Größe und Führungsstruktur passt – und die genau die wenigen Kennzahlen liefert, auf die ihr wirklich steuert.
Und ein wichtiger Punkt zur Zusammenarbeit: Den Grundprozess geben wir vor – das Kennzahlen-Cockpit und der Steuerungs-Rhythmus sind in teamspace abbildbar und bewährt. Aber die Details – welche acht Größen für euch zählen, welche Ampelschwellen gelten, wer welche verantwortet – die kennen wir nicht, die kennt ihr. Ein gutes Vorgehen entsteht deshalb gemeinsam.
Der Grundprozess in teamspace
Die Unternehmenssteuerung hat keinen eigenen linearen Ablauf – sie ist die Verdichtung der anderen Prozesse zu einem Cockpit. Jede Station ist eine Linse darauf; die Stationsliste oben ist die Kurzfassung.
1. Cockpit verstehen. Das Controlling-Modul ist der Ort, an dem die Berichte zusammenlaufen – alle nach demselben Prinzip bedienbar.
2. Vertrieb & Pipeline. Auftragseingang und Pipelinewert als Frühindikatoren: die Auswertung der Vertriebschancen. Details in Kennzahlen für den Vertriebsprozess.
3. Projekte & Marge. Projektprofitabilität als Ertragsmaßstab: Projekte auswerten zeigt Deckungsbeitrag und Soll-Ist. Details in Kennzahlen für die Projektabwicklung.
4. Finanzen & Forecast. Umsatz, Forecast und Liquiditätssignale: die Finanzberichte mit Fakturaanalyse, Zukünftigen Einnahmen und Nachkalkulation. Details in Kennzahlen für den Abrechnungsprozess.
5. Mitarbeiter & Auslastung. Auslastung und Umsatz pro Mitarbeiter: die Mitarbeiterberichte mit Kapazitäts- und Mitarbeiteranalyse. Details in Kennzahlen für die Kostensteuerung.
6. Bewerten mit der Ampel. Zusammenspiel statt Einzelzahl: die Methoden des Projektcontrollings erklären Soll-Ist, Earned Value und die Ampelmethode, mit der aus Zahlen Entscheidungen werden.
Querverbindung: Die Unternehmenssteuerung sitzt auf den anderen Prozessen auf – Vertrieb, Projektabwicklung, Abrechnung, Kostensteuerung und Mitarbeiter liefern die Rohdaten ihrer Kennzahlen.
Wenn du tiefer einsteigst
Diese Artikel gehören zur Unternehmenssteuerung, sind aber nicht für jeden Einstieg nötig:
- Methoden des Projektcontrollings – Soll-Ist, Earned Value, Ampel als Mental-Modell.
- Kostensteuerung: Deckungsbeitrag, Weiterverrechnung & KLR – die Marge als Steuerungsgröße.
- Berechtigungskonzept planen – wer welche Steuerungsdaten sehen darf.
- Qualitätsmanagement für Entscheider – Prozesse dokumentieren und verbessern.
Die vollständige Liste aller Artikel zum Prozess findest du unten auf der Prozessseite unter „Alle Artikel zum Prozess”.
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- Unternehmenssteuerung auf teamspace.de – Ziele, Reifegrade und Kennzahlen im Überblick