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Hilfecenter

Der Abrechnungsprozess in teamspace

Leistung schnell und vollständig in Umsatz verwandeln – nicht durch Software, sondern in Schichten: von Ziel und Kernfrage über messbare Kennzahlen bis zur Modellierung im Werkzeug. Mit Reifegrad, Bestandsaufnahme und dem empfohlenen Weg durch teamspace.

Im Abrechnungsprozess liegt der schnellste Gewinn eines Dienstleisters: Das meiste davon kostet keinen neuen Kunden, nur einen besseren Ablauf. Wer schneller und vollständiger abrechnet, verbessert die Liquidität sofort – ohne mehr zu verkaufen. Trotzdem fängt man oft bei der Software an. Das ist der falsche Anfang. teamspace ist das Werkzeug; es modelliert und automatisiert einen Prozess, den es nicht ersetzen kann. Ein guter Abrechnungsprozess entsteht in Schichten, von oben nach unten – zuerst das Ziel, dann die Teilziele und Kennzahlen, und erst zuletzt die Abbildung im System. Dieser Lotse beschreibt zuerst diesen Weg und zeigt danach den Grundprozess in teamspace.

Leitsatz: Der schnellste Gewinn liegt nicht in mehr Umsatz, sondern in weniger Bruch. Jede von Hand übertragene Stunde, jede verspätete Rechnung und jeder vergessene offene Posten kostet Geld – und keiner davon braucht einen neuen Kunden.

Fünf Schichten: vom Ziel zur gelebten Praxis

Bevor du irgendetwas in teamspace anlegst, kläre die Schichten darüber – und denk eine Schicht darunter mit: die Menschen, die den Prozess am Ende leben. Jede beantwortet eine andere Frage und baut auf der vorigen auf:

  1. Ziel & Kernfrage. Die Abrechnung beantwortet im Kern: Wie verwandeln wir Leistung schnell und vollständig in Umsatz? „Schnell” (Geschwindigkeit) und „vollständig” (keine fakturierbare Arbeit geht verloren) sind beide gemeint.
  2. Teilziele – drei Hebel. Die Kernfrage zerfällt in drei Hebel, die du getrennt steuerst:
    • Vollständigkeit: Keine abrechenbare Leistung versickert – jede Stunde, Pauschale und jedes Material landet auf einer Rechnung.
    • Geschwindigkeit: Rechnungen in Tagen statt Wochen – und schneller bezahlt.
    • Forecast: Belastbare Umsatzplanung aus offenen Aufträgen statt Bauchgefühl.
  3. Messbare Daten. Erst was du misst, kannst du steuern. Die Kennzahlen der Abrechnung – Umsatz (Ist), Rechnungsdurchlaufzeit, Realisierungsrate, Umsatzforecast, Forderungsbestand, DSO und Anteil E-Rechnung – und ob teamspace sie liefert, stehen in Kennzahlen für den Abrechnungsprozess.
  4. Modellierung im Werkzeug. Jetzt – und erst jetzt – kommt teamspace. Der entscheidende Hebel ist der Datenfluss ohne Bruch: Freigegebene Zeiten und Kosten werden nach Abrechnungsarten automatisch zu Rechnungszeilen – keine Doppelerfassung, keine Tippfehler. E-Rechnung (ZUGFeRD/XRechnung) und Mahnwesen hängen direkt daran.
  5. Einführung & Schulung – die Menschen. Ein abgebildeter Prozess ist erst ein Versprechen. „Vollständig in Umsatz” gelingt nur, wenn das Team zeitnah und lückenlos bucht: jede abrechenbare Stunde, jede Spese, jedes Material. Das braucht Einführung, Schulung und Konventionen (Was ist abrechenbar? Wann wird festgeschrieben?). Hier schließt sich der Kreis: Umsatz und Realisierungsrate aus Schicht 3 sind nur so vollständig wie die Buchungen aus Schicht 5. Hilfreich: teamspace im Unternehmen einführen und die Übung „Vom Angebot zur Rechnung”.

Der Knackpunkt: Die meisten springen direkt zu Schicht 4. Dann hat man eine Rechnungssoftware – aber ohne definiertes Ziel (Schicht 1), ohne Kennzahlen (Schicht 3) und ohne ein Team, das lückenlos erfasst (Schicht 5), wird die Abrechnung davon nicht besser, nur digitaler.

Bestandsaufnahme: Wo stehen wir heute?

Jede Verbesserung beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme: Wie rechnen wir aktuell wirklich ab? Dafür hilft eine Reifegrad-Einteilung – sechs Stufen von „ad hoc” bis „durchgängig”:

StufeReifegradWoran man es erkennt
0UngeplantRechnungen ad hoc, oft erst am Quartalsende.
1ManuellRechnungen in Word oder Excel, Stunden separat geführt.
2StrukturiertRechnungssoftware im Einsatz, Positionen aber manuell übertragen.
3AssistiertRechnungsvorschlag mit Prüfung, ZUGFeRD und XRechnung.
4AutomatisiertRechnung nach Abrechnungsregeln, mehrstufiges Mahnwesen, DATEV-Export.
5DurchgängigTagesaktueller Durchlauf, automatischer Mahnungslauf, täglicher Abgleich.

Ordne deine Abrechnung ehrlich einer Stufe zu. Der Sprung gelingt fast immer nur eine Stufe auf einmal – und der wertvollste ist der von 2 auf 3: erst wenn der Rechnungsvorschlag aus den erfassten Leistungen selbst entsteht, verschwinden die Übertragungsfehler und die Durchlaufzeit fällt.

Hinweis Pflicht-Termine: Die E-Rechnungsstandards ZUGFeRD und XRechnung werden ab 2025/2027/2028 stufenweise Pflicht. Wer bei Stufe 3+ steht, hat das bereits abgedeckt – siehe E-Rechnung einrichten und nutzen.

Wo wollen wir hin?

Das Zielbild ist nicht „Level 5 für alle”. Es ist die Stufe, die zu eurem Geschäftsmodell und Rechnungsvolumen passt – und die die Kennzahlen aus Schicht 3 liefern kann, die ihr wirklich braucht.

Und ein wichtiger Punkt zur Zusammenarbeit: Den Grundprozess geben wir vor – die Stationen von der Leistungserfassung bis zur Auswertung sind in teamspace angelegt und bewährt. Aber die Details – welche Abrechnungsarten ihr nutzt, wie eure Freigabe und Mahnstufen aussehen, was als abrechenbar gilt – die kennen wir nicht, die kennt ihr. Ein gutes Vorgehen entsteht deshalb gemeinsam.

Der Grundprozess in teamspace

So sieht der vorgegebene Grundprozess aus – die Kette von der Leistung zum Geldeingang. Jede Station hat ihren Artikel; die Stationsliste oben auf dieser Seite ist die Kurzfassung.

1. Leistung erfassen. Am Anfang steht die zeitnahe, lückenlose Erfassung: Projektzeiten buchen, dazu Spesen & Material und im Service die Servicezeiten am Ticket. Nur erfasste Leistung lässt sich abrechnen.

2. Freigeben & festschreiben. Bevor abgerechnet wird, werden Zeiten geprüft und gegen Änderungen gesichert: Zeitbuchungen festschreiben, bei Bedarf mit dem Freigabe-Workflow des Stundenzettels.

3. Rechnung erzeugen. Aus dem Auftrag und den freigegebenen Leistungen entsteht die Rechnung – die Abrechnungsart bestimmt, wie aus jeder Position eine Rechnungszeile wird. Wiederkehrendes (Wartung, Lizenzen) läuft über wiederkehrende Rechnungen.

4. E-Rechnung & Versand. Geprüft und versandt wird als PDF oder als E-Rechnung (ZUGFeRD/XRechnung); die BT-Felder sind die Nachschlage-Referenz für die Strukturdaten.

5. Offene Posten & mahnen. Nach dem Versand zählt der Zahlungseingang: Mahnungen & Forderungsmanagement erkennt überfällige Rechnungen, wechselt Mahnstufen und hält den Forderungsstatus im Blick.

6. Auswerten. Den Abschluss bilden die Finanzberichte: Umsatz (Fakturaanalyse), erwartete Einnahmen (Zukünftige Einnahmen) und der Soll-Ist-Vergleich (Nachkalkulation).

Vorgelagert: Der Durchlauf vom Angebot bis zur Rechnung steht kompakt in Vom Angebot zur Rechnung; das mentale Modell hinter jeder Faktura-Aktion in Belege verstehen: Status & Belegrechte.

Wenn du tiefer einsteigst

Diese Artikel gehören zur Abrechnung, sind aber nicht für jeden Einstieg nötig:

Die vollständige Liste aller Artikel zum Prozess findest du unten auf der Prozessseite unter „Alle Artikel zum Prozess”.

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